Reise zum Kilimandscharo

 
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ein Reisebericht in mehreren Etappen - von Hans-Erich Heinrichs

 

Ein Traum wird wahr...

Starker, eisiger Wind, Temperatur minus 20 Grad. Ich spüre meine Fingerspitzen nicht mehr. Auch schütteln und Klopfen bringt das Gefühl nicht wieder zurück. Ich stütze mich auf meine Stöcke und versuche mich krampfhaft wach zu halten. Hier, auf über 5800 m über dem Meeresspiegel, ist die Natur mir einfach nicht gut gesonnen. Warum hab ich mir das angetan? Diese Frage taucht zwangsläufig auf in dieser Situation.

Wie das alles kam?

Dazu muss ich weit zurück in meine Kindheit. Damals, es war wohl Mitte der 50er Jahre, die Wandervögel waren zu Silvester wieder mal da. Es roch nach Stroh in unserm Haus. Das ganze Wohnzimmer war ein Strohlager für die Jungs, wie meine Mutter die jungen  Nerother Wandervögel nannte. Und am Abend macht der Ölb wieder seinen Vortrag in der Klapp. Dort zogen wir dann als Kinder hin, saßen in der ersten Reihe und hörten dem Gesang zur Gitarre zu und warteten gespannt auf den Diavortrag. Dazu war ein großes Bettlaken auf der Bühne gespannt. Davor stand er nun, mit dem Barret auf dem Kopf, Karl Ölbermann, der oberste Nerother Wandervogel, von allen nur Ölb genannt und fing an zu erzählen. Das konnte er so hervorragend, dass man alles um sich herum vergessen konnte und mitgerissen wurde auf die Tour des vergangenen Jahres und dann kamen die Bilder dazu, übergroß auf die Leinwand projiziert. Und da war er dann, dieser Berg, der mich nicht mehr loslassen sollte. Der Gipfel ganz in Weis vor einem stahlblauen Himmel.

Wie es Leben aber mal so ist, geraten diese Kindheitserlebnisse immer weiter in den Hintergrund bis zu dem Zeitpunkt, als ich mich mit meinem Freund Jürgen in Südfrankreich zum Gleitschirmfliegen, meiner großen Leidenschaft, herumtummelte. Abends, bei einer Flasche Rotwein, sinnierten wir über unsere Vorhaben für das nächste Jahr und dabei kam so ganz nebenbei von Jürgen auch der Vorschlag Kilimandscharo. Das Wort schlug bei mir ein und weckte sofort wieder alte Gefühle. Aber das war noch so weit weg, das wir zunächst diesen Gedanken nicht weiter verfolgten und genüsslich unserem Rotwein  zusprachen.

Wieder zu Hause, waren die Gedanken von diesem magischen Berg plötzlich wieder da und ich fing an zu recherchieren. Dazu bietet sich heute ein Medium an, das unsere ganze Welt revolutioniert hat und ich wurde auch sofort fündig. Alle Informationen gab ich auch durch dieses Medium Internet an meinen Freund Jürgen weiter, der das zunächst für einen Scherz hielt. Nach und nach wurde meine Vorstellungen aber immer konkreter und ich erzählte meiner Frau von meinem Traumvorhaben. Seine Träume soll man verwirklichen, so lange man noch kann, war ihre Reaktion und  der Startschuss für die Umsetzung dieses Planes.

Aber so einfach, wie es zunächst aussah, war das ganze Vorhaben dann doch nicht. Dieser Berg liegt in Tansania, einem Land in Ostafrika, direkt am Äquator. Informationen mussten her über Klima, beste Reisezeiten, Gefahren und Reisebedingungen. Als beste Reisezeit für unser Vorhaben haben sich die Monate Januar und Februar herauskristallisiert, dann ist in Tansania Sommer und die Regenzeit ist vorbei. Also wurde nach einem Termin in dieser Zeit gesucht. Ein Reiseveranstalter erhielt schließlich unsere Zustimmung, der die Besteigung vom 23. Jan. bis zum 1. Februar organisieren konnte  Nun konnten die Details angegangen werden, wobei natürlich die richtige Ausrüstung das wichtigste war. Dieser Berg umfasst alle 4 Klimazonen und dementsprechend musste die Ausrüstung zusammengestellt werden. Unten herrschen 30 bis 35 Grad plus, oben 20 bis 25 Grad minus. Außerdem darf die gesamte Ausrüstung nicht zu schwer sein. Mit vereinten  Kräften gingen wir ans Werk, tauschten immer wieder Informationen aus, bis wir schließlich glaubten, die richtige Ausrüstung zusammen zu haben. Aber das war ein Irrtum, wie sich später noch herausstellen sollte.

 
 
 
 
 
 
   
   

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Und dann war er endlich da, der Tag der Abreise. Von Neroth nach Köln 2 Stunden Bahnfahrt, von Köln zum Flughaften Frankfurt 50 Minuten, von Frankfurt mit Äthiopian Airline nach Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, von dort zum Kilimandscharo Aiport in Tansania, insgesamt 18 Stunden Flugzeit.

   
   
   
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Mittlerweile waren wir schon fast 20 Stunden auf Tour. Schlaf war Mangelware nur dösen, dösen, dösen. Doch plötzlich Aufregung im Flugzeug. Was ist los? Der Kibo, der Kibo war von der gegenüberliegenden Sitzreihe zu hören. Und tatsächlich, da streckte er seinen eisbedeckten Gipfel durch die Wolkendecke, zum Greifen nahe. Ein wunderschöner Anblick im Schein der aufgehenden Sonne.

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Trotz dieses grandiosen Anblicks macht sich im Bauch doch ein mulmiges Gefühl breit. Ganz schön hoch, da sollen wir rauf? Noch so in Gedanken versunken taucht die Maschine auch schon in die Wolkendecke ein. Der kleine Flughafen Kilimandscharo taucht auf und das Flugzeug setzt etwas ruppelig und schaukelnd auf. Neugierig streifen die Augen durch die engen Fenster über den Flughafen. Na ja, Frankfurt ist doch etwas größer, aber wir sind nicht mehr in Deutschland, sonder in Tansania und damit unserem Abenteuer ein Stück näher.

Draußen warten schon die Kleinbusse. Schnell das Gepäck aufs Dach, dann holpern wir los. Die Straßenverhältnisse sind auch etwas gewöhnungsbedürftig, doch das hier ist ja schließlich ein Abenteuerurlaub, da gehört das eigentlich dazu. Unsere Unterkunft gleicht einem afrikanischen Dorf, mit strohgedeckten runden Hütten. Hier strecken wir erst mal die Beine aus und holen uns eine Mütze Schlaf.

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Nach einem kräftigen Frühstück am nächsten Morgen, werden dann unsere Ausrüstungsgegenstände auf die bereitstehenden Busse verladen und auf geht’s zum Machame Gate, dem Tor zur sogenannten Machame Route. Insgesamt führen 8 Routen zum Gipfel de Kilimandscharo. Die Machame Route wurde uns dabei als eine der schönsten, aber auch schwierigsten Routen beschrieben. Wie schwierig, das sollten wir noch am eigenen Leib erfahren. Nur soviel mal vorweg, es wurde nicht in festen Unterkünften geschlafen, wie auf den meisten anderen Routen, sondern nahe an der Natur in kleinen Zweimann-Zelten auf dünner Unterlage. Das war zunächst einmal sehr gewöhnungsbedürftig, man schläft ja schließlich in meinem Alter nicht mehr so häufig in Zelten, da liebt man schon eher ein bequemes Bett. Ach ja, das Alter, aber darauf komme ich später noch einmal zurück. Ich verrate hier aber nicht zuviel, wenn ich behaupte, es war tatsächlich für mich die letzte Chance auf dieser Route den Kilimandscharo zu bezwingen und meinen Traum zu verwirklichen.

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Und auf ging's, über holprige Straßen, viel Staub und Hitze Richtung Gate. Je nähe wir kamen, umso angenehmer wurde aber das Klima. Der Berg ernährt hier tatsächlich die ganze Region. Grüne Felder, Bananen- und Kaffee-Plantagen, Getreide- und Kartoffelfelder ließen eine vergessen, dass man sich eigentlich im trockenen Afrika befand. Dann tauchte es vor uns auf, das Machame Gate. Der Eingang zum Kibo, wie man den Kilimandscharo hier auch nennt. Hier warteten schon unsere Träger, Porter genannt mit den Guides unter denen auch eine gewisse Rangordnung herrscht. Der sog. Chief-Guide ist für den gesamten Ablauf verantwortlich, ihm zur Seite stehen die Assistent-Guides, zwei für unsere Gruppe, ein Koch, ein Waiter runden das Team ab. Der Waiter ist ausschließlich für die Bewirtung zuständig. Den schwierigsten Job haben allerdings die Porter, die bis zu 20 kg den Berg hoch schleppen. Davon waren für unsere 8-köpfige Truppe 22 notwendig.

Dann endlich, setzte der ganze Tross sich in Bewegung, aber hier am Berg immer pole, pole, was soviel heißt wie langsam, langsam. Die Langsamkeit am Berg ist überlebenswichtig. Unvorsichtige Verhaltensweisen können zur gefürchteten Höhenkrankheit führen, die in letzter Konsequenz auch tödlich verlaufen kann. Das dies auch an unserer Gruppe nicht spurlos vorbei ging soll später noch genauer geschildert werden.

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