Reise zum Kilimandscharo - Teil 5

 
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ein Reisebericht in mehreren Etappen - von Hans-Erich Heinrichs

 

 

 

Der vierte Tag am Berg

Mit dem Kopf voller Gedanken darüber, was der nächste Tag wohl bringen wird, ob uns vielleicht dasselbe Schicksal heimsucht, finden wir erst spät in den Schlaf. Schon früh um 7 wachen wir auf und fangen sofort mit dem Sortieren unserer Sachen für den heutigen Tag an. Die Schüsseln mit warmem Wasser stehen schon vor dem Zelt und eifrig geht es an die Morgentoilette. Bei all dieser Hektik haben wir Julia schon vergessen und sind überrascht, als sie vollkommen ohne Probleme so vor uns erscheint.

 
 
 
 
 
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Sofort hebt sich die Stimmung und wir gehen mit neuem Mut den heutigen, schwierigen Tag mit einem ausgiebigen Frühstück an. Heute haben wir einen sog. Akklimatisierungstag. Wir steigen erst bis zu einer Höhe von 4.430 m zum sog. Lavatower auf, um dann wieder zurück  auf 3960 m zum Barranco-Camp abzusteigen. Das Lager wird heute, obwohl wir über 1300 Höhenmeter bewältigen müssen, nur 100 m höher sein, als gestern.

Akklimatisierungstag hört sich zunächst einmal gut an, aber der sollte es in sich haben und vor allem sollte er für mich alles andere als akklimatisierend wirken. Aber dazu später mehr.

Wir packen unsere Tagesrucksäcke, nehmen genügend Wasservorrat mit und ziehen los, immer pole pole.

Der Weg wird steiniger und führt in Schlangenlinie, scheinbar endlos zum Lavatower. Mal bergauf, dann wieder durch zerklüftete Senken um gleich darauf noch steiler nach oben zu führen. Die Anstrengung dieser Strecke steht Julia, Jürgen und Benno förmlich ins Gesicht geschrieben, zumal es trotz Sonnenschein immer kälter wird.
   
   
   
   
   
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Wir sind alle froh, als wir auf einem sonnigen Basaltfelsen Rast machen und neue Kräfte tanken können. Dann geht es weiter in Richtung Lava-Tower, einem über 30m hohen markanten, wie aus dem Boden gewachsenen Basaltfelsen. Hier herauf wird die Luft mit jedem Schritt merklich dünner, und jeder merkt seinen Puls der nicht nur mit der Anstrengung schneller schlägt, sondern auch auf Grund des fehlenden Sauerstoffs.

Wir sind froh, als wir endlich den höchsten Punkt des Tages mit 4.430m erreicht haben und nach kurzem Aufenthalt die Strecke jetzt nur noch bergab führt. Als wir in der Ferne endlich nach über 8 Stunden Gehzeit das Barranco-Camp erblicken, sind alle froh, dass die Anstrengungen des Tages bald vorbei sein werden.

   
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Aber gleichzeitig sind wir erschrocken über die Ausmaße der Great Barranco Wall, auch Breakfast genannt, weil sie am Morgen bewältigt werden muss. Links neben der Wall zeigt sich der Kibo mit seinen in der Sonne glänzenden weißen Gletschern.

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Auch ich bin überwältigt von dem Anblick, bin aber froh, als ich endlich ins Zelt kriechen  und die Beine ausstrecken kann. Doch dieses Wohlgefühl hält nicht lange an. Mir wird schwindlig vor Augen, ich muss sofort aus dem Zelt. Mir ist übel, ich erreiche gerade noch den nächsten Felsen, um mich festzuhalten, als mein Magen sich schlagartig entleert. Mir ist speiübel, die Kräfte schwinden. Was soll ich tun? Das wird doch wohl nicht ein Anzeichen beginnender Höhenkrankheit sein. Aber mir geht’s immer schlechter. Als mein Magen vollkommen leer zu sein scheint, begebe ich mich ins Zelt. Jürgen bringt mir Tee und seine berühmten Magentabletten. Kraftlos ziehe ich mich zum Schlafen um. An Essen ist nicht mehr zu denken. Nur Ruhe.

Jetzt kann ich Julia auch verstehen, in dieser Situation hilft auch kein guter Zuspruch mehr. Man ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt und der Frage, was wird werden. Nach dem Essen kommt noch unser Chief und spricht mir Mut zu für den kommenden Tag. Aber ich fühle mich einfach krank und hilflos an diesem unbarmherzigen Berg, der mir nach dem Leben zu trachten scheint. Die Gedanken kreisen um den morgigen schweren Tag. Erst die Great Barranco Wall, dann durch die dunkle Basaltwüste zum Barafu Camp auf 4640 m und in der Nacht der Aufstieg zum Gipfel. Werde ich das mit dieser Krankheit schaffen. Wenn nicht, wie komme ich wieder von diesem verdammten Berg runter?

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